Pensylvania: Ich kaufe ein N.

Nach langen Debatten ist es am 15. September 1787, einem Samstag, endlich soweit: Die 55 Delegierten, die in Philadelphia über die künftige Verfassung der USA beraten, haben sich auf einen Entwurf geeinigt. Nun betritt jemand die Bühne, dessen Werk heute jedes Jahr von Millionen bestaunt wird und dessen Name doch praktisch niemand kennt.

Jacob Shallus heißt der Mann. Sohn deutscher Einwanderer und Parlamentsschreiber in Philadelphia. Sein Auftrag: Den Entwurf abzuschreiben – und zwar in Schönschrift! Für die 4000 Wörter (etwa 25000 Buchstaben) hat er nur 40 Stunden Zeit, denn schon am Montag wollen die Abgeordneten die Verfassung feierlich unterzeichnen. Shallus meistert die Aufgabe, aber wer sich das heute im Nationalarchiv ausgestellte Schriftstück anschaut, entdeckt die Folgen des Zeitdrucks: Mehrere Tintenkleckse prangen auf dem Dokument und eine Zeile auf dem ersten Blatt ist hässlich ausradiert. Weil Shallus immer wieder ganze Wörter vergisst, muss er der Verfassung sogar einen Korrekturvermerk hinzufügen.

Für den größten Klopper aber ist nicht er selbst, sondern ein Gründervater verantwortlich. Als die Delegierten am 17. September die Verfassung unterzeichnen, schreibt Alexander Hamilton jeweils die Namen der Staaten auf den letzten Bogen. Pennsylvania schreibt er mit nur einem N.

Quellen:

http://www.archives.gov/publications/prologue/2012/fall/const-errors.html

Constitution 225: To errata is human