Wer bin ich? Und warum mache ich das hier eigentlich?

Mein Name ist Joachim Telgenbüscher. Ich bin Historiker. Ich fange also am besten bei den Ursprüngen an…

Nach meinem Studium der modernen europäischen Geschichte an der Universität Cambridge und einer journalistischen Ausbildung bekam ich eine Stelle bei einem deutschen Geschichtsmagazin, wo ich noch heute arbeite. Mein Job: Bücher fressen, Artikel schreiben. Die vielen lustigen Fundstücke, die es nicht ins Heft schafften, las ich meinem Büronachbarn vor (ich bilde mir ein, es hat ihn amüsiert). Irgendwann kündigte der Kollege und ich fing an, meine Lesefrüchte unter dem Pseudonym @drguidoknapp zu twittern. „Verrückte Geschichte“ ist mein Twitter-Account mit Überlänge.

Anfangs war der Account eine Müllkippe für unnützes Wissen – sofern etwas unnütz sein kann, das jemanden zum Lachen bringt. Nach einer Weile aber hat sich meine persönliche Haltung in die Tweets geschlichen. Ich bin ein liberaler, weltoffener und optimistischer Mensch. Sorry, liebe AfD. Deshalb poste ich vor allem historische Fakten, die sich mit der Gegenwart reimen. Überraschende Beobachtungen, die uns zwingen, den Status Quo und unser Selbstbild zu hinterfragen.

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau gehörte schon immer zu Deutschland? Think again. Wenn das „Gleichberechtigungsgesetz“ ein Mensch wäre, dann wäre er oder sie noch nicht in Rente. Es wurde erst 1957 verabschiedet – übrigens gegen den Widerstand der Kirche.

Kurz: Die Welt darf nicht so bleiben wie sie ist, früher war nicht alles besser und das, was wir heute für selbstverständlich halten (zum Beispiel, dass Frauen im Bundestag Hosen tragen), wurde erkämpft. Wenn der Blick in die Vergangenheit lehrt, dass sich die Dinge in vielerlei Hinsicht zum Besseren verändert haben und dass wir den Widerstand gegen diesen Fortschritt heute als lächerlich empfinden, wäre es dann nicht klüger, Veränderungen generell mit kritischer Neugier zu begegnen – anstatt mit Angst?