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In der Aufwärtsspirale

Aufwärts: Wo sind meine Reisekaugummis?

Wenn die Pariser in den 1930er Jahren etwas mutiger beziehungsweise irrer gewesen wären, dann stünden Touristen heute nicht vor dem Eiffelturm Schlange, sondern vor einem 701 Meter hohen Betonriesen namens „Leuchtturm der Welt“. Genauer gesagt: Sie stünden im Stau, denn der besondere Clou des geplanten Baus war eine spiralförmige Rampe, die vom Boden bis zu einem Parkhaus in luftiger Höhe führen sollte.

Der Vater dieses ersten „Drive-In-Aussichtsturms“, Eugène Freyssinet, war kein Spinner, wie man vielleicht denken mag. Im Gegenteil: Der Bauingenieur hatte sich schon einen Namen als Erfinder des Spannbetons gemacht, als er das Turmprojekt für die Pariser Weltausstellung des Jahres 1937 vorschlug. Der Gigant, so seine Schätzung, würde nur 2,5 Millionen Dollar kosten (nach heutigem Wert etwa 42 Millionen Dollar). Damit wäre er halb so teuer wie der 1889 ebenfalls für eine Weltausstellung errichtete Eiffelturm. Problem: Die Verantwortlichen glaubten Freyssinets Kostenvoranschlag nicht und so wurde der Leuchtturm nie gebaut.

Die Weltausstellung fand natürlich trotzdem statt. Eines der Gebäude, das tatsächlich vollendet und mit einer Goldmedaille prämiert wurde, war der deutsche Pavillon. Ein martialischer Marmorbrocken von Albert Speer, inklusive Hakenkreuz. Dann doch lieber das höchste Parkhaus der Welt!

Quelle: http://www.citymetric.com/skylines/6-terrible-construction-projects-were-kind-glad-were-never-built-654

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Thema von Anders Norén.